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10-Tage-Tour nach Sizilien vom Fr 07. bis So 16. Juni 2013

 


 


Bild1_Landkarte_SizilienZwischen Auffahrt und Pfingsten und den folgenden bis zum heutigen Tag war meistens wüstes, kaltes Wetter. In der Woche zuvor gab es sogar Überschwemmungen, auch in der Schweiz (besonders jedoch in Deutschland und Tschechien).
Ab dieser Woche herrscht schönes Sommerwetter (Tagesgangwetter mit Gewitter am Abend).

Sizilien ist die grösste Insel im Mittelmeer, 25‘000 m2 (Sardinien 24‘000 m2). Wir sind zu siebt und treffen uns, um diese Insel zu erobern, um 08.00 Uhr im Motel bei eben schönem Wetter. Wir haben genug Zeit, denn die Fähre in Genua legt um 23.00 Uhr ab. …
Wir sind gespannnt auf Sizilien, denn auch auf dieser Insel soll es viel Sehenswertes geben.
Doch wie sind die Strassen und das Essen?

 

1. Tag - Fr. 07.06.13


Bild2_Reto_und_Marcel_beim_Gazosa_MandarinWir nehmen also den vor kurzem geöffneten San Bernardinopass, zum warm werden, Einen ersten Halt legen wir in einer Grotte vor Bellinzona, in Lumino ein. Es riecht gut nach Risotto.

Dies gibt beinahe Hunger, doch dafür ist es noch zu früh. Wir bestellen alle eine Sauce Mandarin (Gazosa Mandarin), laut Empfehlung von Jürg. Dieses schmackhafte Getränk ist wirklich sehr erfrischend. Erich übernimmt freundlicherweise die Zeche – besten Dank.
Nun nehmen wir das kurvenreiche Centovalli, zum Einschaukeln. Aber Achtung, es hat viele Baustellen. Bei der 13-ten kommt uns sogar ein Bagger entgegen. Wir lassen ihm freundlicherweise den Vortritt, denn er wird wohl der Stärkere sein. Bei Malesco biegen wir ab ins schattige Val Cannobina, zum Geniessen. Dann folgt die langweilige Strecke nach Verbania, zum Entspannen. Etwas danach halten wir im bekannten Restaurant (wie immer) und geniessen auf der Terrasse die guten Spaghetti.
Vor der Bahn machen wir unser Fass voll – dann Kopf runter und mit Vollgas (also im gesetzlichen Rahmen) nach Alessandria, zum schnell dort sein. Bei der Ausfahrt müssen die Hälfte Piloten die Maut nicht entrichten, denn die Schranke senkt sich nicht nach jedem Bike. Doch die Retourkutsche kommt sofort – die Ducati, auf heimischem Boden, streikt. Anschieben geht nicht mit dem Fliegengewicht von Reto – mehr Ballast muss her - Jürg versucht‘s. Nun kommt auch noch die Polizei. Doch wieder Jürg kann den Ärger mit viel Gestik, etwas italienisch und deutsch schlichten. Glücklicherweise kamen sie nicht wegen der Maut und unterdessen knattert die Duc wieder.
Den Hafen in Genua suchen wir recht lange, tanken, parken kostenlos auf einer Plattform oberhalb des Hafens und gehen über der Strasse eine Pizza essen. Wir geniessen das Essen obwohl wir nicht so sicher sind, ob das Restaurant eine saubere Küche unterhält. Nun fahren wir die letzten 100 m zum Porto.
Bild3_Einstellen_der_Toeffs_auf_FaehreIn der Kolonne, vor dem Kahn, während der internen Billetverteilung bemerkt Jürg, dass eines davon fehlt. Wen sollen wir zurücklassen? Nein, es gibt eine andere Lösung. Jürg und Erich (mit den besten I-Kenntnissen) laufen 500 M zur Kasse zurück, klären dies, wahrscheinlich lautstark, ab und kehren mit kompletten Tickets zurück. Der Fehler lag bei der Unfähigkeit der «Beamtin».
Bei der Einfahrt in die Fähre werden wir von unfähigen Einweisern als Gruppe getrennt. Die Töffs werden nicht nur an den Rand parkiert und angebunden (nach meiner Meinung üblich), sondern als Haufen auf der ganzen Fläche im Schiffsende verteilt. Mit viel Hin und Her, laut Chaostheorie und ca. 60 Min. später haben wir einander wieder gefunden und die Zimmer bezogen. Diese sind gross, sauber und angenehm.
Im Lift zu den oberen Decks zur Bar gibt es eine lustige Situation. Fremde Touristen dürfen nicht zusteigen, Jürg macht ihnen (auf D) klar, dass mit ihm die Belastungsgrenze erreicht sei. Viel ist nicht los an der Bar – und, genau um 0.00 Uhr wird, wahrscheinlich wegen Alkoholmangels, geschlossen.
Also versuchen wir, noch relativ nüchtern schlafen zu gehen.

 

2. Tag - Sa. 08.06.13


Bild4_Marcel_Reto_Juerg_auf_Faehre09.00 Uhr aufstehen, die Temperatur ist sehr angenehm (später halbwarm und luftig). Um 12.00 Uhr ist dann Zeit für das Mittagessen. Wir wählen das nobelste Restaurant auf der Fähre.
Das Servicepersonal ist anscheinend noch nicht ganz eingespielt, sie vergessen zwei Spaghetti-Teller zu servieren.
Danach legen sich einige an die Sonne, ein anderer versucht sein Glück im Casino. Die See ist sehr ruhig, keine Gefahr also für die Standfestigkeit der Töffs. Wir beobachten lange, wie Sizilien und Palermo immer näher kommen. Nach dem Andocken übernimmt das Servicepersonal aus dem Restaurant organisatorische Aufgaben für die Entladung des Kahns (wieder nach Chaos Theorie). Es dauert lange, bis wir aufgerufen werden. Wir schlängeln uns dann zwischen den dicht parkierten Autos nach hinten zu den Töffs.
Bild5_Erster_Abend_in_PalermoLanges Warten folgt, bis wir das Gefährt wenden und hinausfahren können. Draussen findet Jürg recht schnell unser NH-Hotel. Im abgesperrten Vorplatz knöpft der Parkwächter jedem € 10.- für seine Dienste ab. Wir hoffen, dass er von der Mafia nicht etwas € 20.- erhält und unsere Geräte sind weg.
An der Rezeption muss Jürg und Erich uns wieder aus der Patsche helfen. Reserviert sind für jeden ein Einzelzimmer, anstelle DZ. Kaum ist der Fehler ausgemerzt, beziehen wir die angenehm grossen mit, wenn man keine Details anschaut, sehr schönem Ausbaustandard. Sauber gekämmt gehen wir dann auf Entdeckungstour. Wir essen zu später Stunde in einem Strassenrestaurant Fisch vom Strassengrill und trinken guten Wein dazu. Danach muss es noch ein Gelato sein.
Einen Schlumi nehmen wir in einem ehemaligen Kerker mit hohem Gewölbe und sinken dann gegen 02.00 Uhr erschöpft in Bett.

 

3. Tag - So. 09.06.13

Bild6_Stadtrundfahrt_in_PalermoUm 09.00 Uhr sitzen wir am grosszügigen Morgenbuffet.
Nach dem gemütlichen Teil hat jeder Datendrang. Wir unternehmen eine Stadtrundfahrt mit dem Cabriolet-Omnibus. Über die Ohrhörer erfahren wir (in allen Sprachen) viel interessantes über die grosszügige, geschichtsreiche, interessante Stadt. Wir nutzen das Billet gut aus und fahren 2x die rote, 2x die blaue Linie.
Jene, die noch nicht genug Kultur haben besuchen am späteren Nachmittag noch den botanischen Garten und sind begeistert. Am Abend gehen wir gut essen im reservierten Touristen-Restaurant in der Innenstadt, das uns empfohlen wurde. Eine hübsche Kellnerin begleitet uns zum Tisch, dann versucht ein kurrliger Kellner, mit sehr hoher Vogel-Stimme, uns die vielfältige Speisekarte zu erklären. Guido und Erich sind mutig und versuchen die Spezialität «Stinko». Auf jeden Fall erhalten sie genug Fleisch.
Am Abend nochmals Gelato und Schlumi und alle sind zufrieden mit dem gemütlichen und trotzdem Ereignis- sowie lehrreichen Tag.

 

4. Tag - Mo. 10.06.13


Bild7_Landkarte_SizilienWir durchqueren Palermo, um ins Landesinnere zu gelangen. Die Durchfahrt ist noch etwas schlimmer als in anderen italienischen Grossstädten. Regeln sind beinahe alle ausser Kraft gesetzt. Der Belag ist z.T. etwas schlüpfrig. Die zweispurigen Strassen sind mit parkierten Fahrzeugen und drei Spuren gefüllt. Man muss sich der Fahrweise anpassen und sich nicht zu zögerlich, jedoch auch nicht zu gewagt verhalten. Gewagt fahren ausschliesslich die Roller. Dafür muss immer links, rechts oder vorne ein Platz freigelassen werden, denn plötzlich steht einer da! Trotz allem, im Allgemeinen geben die Autofahrer den Töffs den Vortritt.
Dann eröffnet uns endlich eine breite schöne Landschaft. Wir kommen zügiger voran, müssen zwar höllisch aufpassen. Die Strassen sind z.T. holperig mit kleinen aber auch bis 100 m langen Belagschäden links, rechts, mittig oder auf der ganzen Breite. Ausserdem muss man auch auf vierbeinige Gefahren aufpassen.
Bild8_Landschaft_Caltanissetta Wir machen Halt oberhalb von einem schönen See, um die Aussicht zu geniessen.
Nach einigen Schläufchen geht’s weiter durch die schöne Landschaft auf anspruchsvollen Strassen Richtung Agrigento und nach Caltanissetta. Dort finden wir ein sehr angenehmes Hotel. Zuerst gibt’s ein Bier zum Apéro in der grossen Lobby bis alle wieder beisammen sind, dann gehen wir für das «cena» in das «primo piano». Wir finden ein grosses Restaurant vor mit fast keinen Gästen, nur eine elegant gekleidete, einsame Frau. Wir nehmen zuhinterst am Fenster, an einem grossen runden Tisch Platz.
Der Kellner präsentiert uns eine grosse Speisekarte, kann uns trotzdem mit viel Leidenschaft von seinem speziellen Menü überzeugen, das nicht darauf zu finden ist (wahrscheinlich kann der Koch nicht alle Menüs). Wir haben keine schlechte Wahl getroffen, gute Vorspeise, genug als Hauptgang (doppelt paniertes Schnitzel), guter Wein, grosses Gelato. Unterdessen dämmert der Tag, einige Wolken (nicht gefährlich aussehend) ziehen auf und das ganze ergibt eine wunderbare Stimmung mit dem Sonnenuntergang.
Nach einem Cafe coretto, unterdessen haben sich noch andere Geschäftsleute im Restaurant niedergelassen, ist der Tag für uns gelaufen.

 

5. Tag - Di. 11.06.13


Bild9_Landkarte_SizilienDer Tag beginnt zeitig, das Morgenbuffet ist reichhaltig.
Um 09.03 Uhr sind alle bereit, auch Reto ist rechtzeitig. Wir wollen starten. Nachteilig ist, dass die Duc auf heimischem Boden wieder streikt, sie springt nicht an.
Bild10_Retos_Ducati_muss_angestossen_werdenReto versucht es bei einem kleinen abschüssigen Teil auf einen Vorplatz vom Hotel. Doch, ausser ein paar schwarzen Spuren auf dem Asphalt passiert nichts und er steckt in einer Sackgasse.
Absteigen – nein, kommt nicht in Frage, zwei Kollegen stossen ihn den Stutz wieder hinauf obwohl Knitti ihn mit seiner GTR abgeschleppt hätte. Das faule Paar wird bis an die Strasse, die steil ins Dorf hinunter führt, gebracht. Mit viel Schuss gelingt es Reto sein Pferd zur Vernunft zu bringen, die Duc läuft wieder. Die Tagestour kann also beginnen.

Nach einem kleinen Schläufchen auf einer staubigen Nebenstrasse, zu einem abgelegenen Bauernhof und zurück, das Navi von Jürg gibt dies so vor, gelangen wir in ein schönes Bergdörfchen namens Troina.
Bild11_Bergdorf_Troina Hier machen wir Halt und parkieren am Rande der schmalen Durchgangsstrasse. Wir fallen sofort auf, denn sogar die Dorfpolizistin kommt uns im Restaurant begrüssen.
Nach der Erfrischung geht’s weiter und nach 20 Km und 60 Min. - wer hätte das Gedacht, kommt uns das unterdessen bekannte Dörfchen wieder entgegen. Navi sei Dank. Die Politesse hat unterdessen, es hat min. 10 Autos im Dorf, viel zu tun. Dieses Mal erwischen wir die richtige Abzweigung und fahren Richtung Enna (wahrscheinlich).

Nun macht es wieder Freude, es folgt ein sizilianisches Cento Valli auf gutem Belag. Marco hat wohl eine Blase wie eine Frau und muss während einem Navi-Halt (kurzer Stopp, um nach dem rechten Weg zu sehen) eine Wasserentleerung vornehmen. Er fährt, um eine geeignete Stelle zu finden, voraus. Kurz darauf folgen wir ihm und halten erst am Ende des Tals, nach einer Brücke über den Bach, auf einem übergrossen Parkplatz wieder. Und - es ist noch kein Knitti in Sicht.
Dieser hat angeblich im Dorf eine Kurve in die falsche Richtung erwischt, sein Geschäft unterdessen erledigt. Dann fühlt er sich kurz alleine gelassen, bekommt dann jedoch Besuch von der Polizei, die ihm Hilfe anbieten möchten. Weil er überhaupt nichts versteht, ist er dann sehr froh über das Telefon von Marcel, der ihm so genau wie möglich den Weg beschreibt. Grazie, sagt er noch freundlich zur Polizei und zischt ab.
Bild12_Aetna
Nach Umwegen, die es gar nicht geben kann, findet er uns nach ca. 15 Min wieder. Alle können ihm seine grosse Erleichterung ansehen.
Nach kurzer gemeinsamer Weiterfahrt, Knitti wieder auf Platz 2, machen wir Halt unter einer verlassenen Tankstelle, weil es kurz regnet. Dann fahren wir im halbnassen wieder los und als wir das Meer sehen, ist es wieder trocken. Wir nehmen die Küstenstrasse zum Cap D’Orlando, ein schönes bekanntes Ort. Wir machen Fotos am Strand und gehen was trinken. Nach kurzer Weiterfahrt findet Guido G im Dorf, in einem Roller-Geschäft, endlich Motorenöl. Es weiss schon länger, dass sein Öl-Niveau tief ist. Zugleich überredet Jürg den Duc Pilot Reto in einer zweiten gesichteten Töff-Garage nach einer Batterie für sein Gefährt zu fragen. Weil diese genau den richtigen Typ an Lager haben und das auch noch wesentlich günstiger als diese daheim zu haben wäre, lassen sie diese gerade austauschen.

Wir fahren anschliessend einige zügige Kilometer auf der guten Küstenstrasse bis St. George. Dort finden wir im Club Palace eine gute Bleibe mit netter Empfangsdame und interessanter Aussicht an der Rezeption. Die gossen 6-Bett Zimmer (1 Doppelbett, 2 Kajüten-Better und 1 Einzelbett) zuhinterst im Anbau verdienen es, wieder mal belegt zu werden. Die haben einen eigenartigen Geruch, nach altem Gummi oder so.
Bild13_St-George_Club-PalaceAuf jeden Fall muss sofort für ca. 2 Std. mit Durchzug gelüftet werden. Aus der Dusche kommt die ersten fünf Minuten Rostwasser, dann ist alles ok.
Bild14_St-George_Club-PalaceDas einfache Abendessen ist im Übernachtungspreis inbegriffen. Es versammeln sich 30 – 40 junge und pensionierte Leute im Speisesaal. Die Jungen scheinen Künstler oder Animateure für die künftige Saison zu sein, die sich noch einüben. Der Tagesabschluss verbringen wir vor dem grossen leeren Pool, bis uns der Wind zu frisch wird, dann in der Hotelbar an 1 - 2 Grappa Morini und hinter dem Smartphone.

 

6. Tag - Mi. 12.06.13


Bild15_Landkarte_SizilienDer Tag beginnt mit einem dürftigen Frühstück und Rückenschmerzen für Knitti. Das Bett war wohl zu weich. Wir starten pünktlich um 09.02 Uhr Richtung Ätna, der Europas grösste, aktive Vulkan. Durchs Landesinnere finden wir griffigen Belag, bis wir von einer Schafherde ausgebremst werden. Weiter geht’s durch kleine, enge Bergstrassen mit angenehmen Stopps.
Auf den Ätna hinauf zeigt sich die Strasse sehr breit und zügig. Die Strasse ist entweder für jede Menge Cars oder für Bündner Biker konzipiert. Auf dem Parkplatz binden wir alles Mögliche am Motorrad fest an (aus Erfahrungswerten).
Bild16_AetnaAb hier wollen wir den Ätna noch ganz bezwingen und dies mit dem vollen Programm. Das heisst, Sesselbahn und Jeep-Fahrt für den Touristenpreis von € 57.50. Ein MCC-ler hat wohl Respekt vor einem plötzlichen Ausbruch und passt inzwischen auf die Motorräder auf, was die anderen sehr schätzen. Zu sechst fahren wir mit der Gondelbahn auf ca. 1500 müM. Wir sehen sofort, dass dieser Entscheid das Geld wert ist.

Oben angekommen steigen wir rasch in ein ca. 20 plätzigen speziellen Unimog Bus um. Dieser führt uns in ca. 15 Min. in die Nähe des Kraters. Die Piste dorthin, im Aschestaub und Lava-Geröll ist holperig und eindrucksvoll. Es hebt uns einige Male wegen den Bodenwächten richtig aus den Sitzen. Oben angekommen bläst ein frischer Wind. Reto, als Raucher und mit seinen weissen Motorradstiefeln wolle anfänglich nicht im Vulkangestein um den Krater laufen, doch er beugt sich schliesslich dem Gruppenzwang. Es ist ein einmaliger Eindruck, den wir gewinnen. Warmes Gestein, Rauch aus der Tiefe und eine hervorragende Aussicht (wenn die Wolken dies erlauben).
Bild17_Guido-L_auf_AetnaNach der Runde wird «Weisstiefel» seinem Namen nicht mehr gerecht. Die Abfahrt mit dem Unimog ist für Jürg lange genug, damit er sich wirklich völlig entspannen kann, bis der letzte Tourist aussteigt. Wir geniessen noch das Restaurant und sehen uns Bilder von den letzten Ausbrüchen an, bevor wir wieder hinuntergondeln. Auf der Strasse hinunter Richtung Nicolosi fahren wir ständig an Zeugen vom letzten Ereignis vorbei, was ziemlich Eindruck macht. Nun nehmen wir die Strecke Biancavilla – die Südseite vom Ätna – allgemeine Richtung nach Taormina. Anfangs fahren wir viel durch Dörfer, den Schluss nehmen wir noch auf der Bahn.
An einer Autobahnraststätte müssen wir noch schnell die Duc reparieren, das heisst die Kette nachziehen, bevor sie den Boden berührt. Reto ist froh um die Fachkenntnisse von Jürg, dass die Duc das richtige Werkzeug mitführt und um die aufmunternden Sprüche seiner Kollegen. Taormina ist wohl ein teures Pflaster, die ****-Hotelzimmer kosten so gegen € 200.- bis 300.-.
Bild18_TaorminaWir geben nicht auf und suchen etwas Einfacheres. Guido G und Marcel ziehen mit ihrem Gefährt und zu Fuss los und nehmen verschiedene Möglichkeiten auf. Erich wird von einem Pizzakurier auf der Vespa durch das steile Dorf chauffiert (ganz wohl ist es ihm nicht dabei, dies sieht man ihm an seiner ungeübten Sozius-Stellung an), währen der Rest auf dem Postauto-Parkplatz warten. So finden wir dann das angenehme und das preiswerte Hotel Villa Chiara.
Die Sackgasse eignet sich sehr gut, um unsere Gefährte gefahrlos zu parkieren. Frisch parfümiert geniessen wir dann in der Nähe eine gute Pizza. Danach schauen wir uns die wundervolle Altstadt und die Aussicht an und geniessen das gekonnte Verkaufsgespräch eines Nähkünstlers, ein gutes Gelato und ein spezieller Rum Pampero Riserva bis spät in die Nacht.

 

7. Tag - Do. 13.06.13


Bild19_Landkarte_SizilienDer Ausgang des Dorfes finden wir nicht so direkt und umrunden dieses, bis wir nach einem kurzen Schlagabtausch zwischen Jürg und Reto nach dem Tunnel den richtigen Abzweiger Richtung Enna finden. Bis dorthin ist die Strasse recht gut.
Bild20_Diskussion_zwischen_Juerg_und_RetoDanach folgt wieder eine Holperpiste mit schlüpfrigen Kehren und staubigen Schläufchen. Mitten in der Pampa essen wir ausserordentlich gut zu Mittag auf einer grossen Gartenterrasse.
Bild21_Marcel_und_Guido_beim_MittagessenNach dem Essen und je näher wir ans Meer gelangen wird der Belag wieder besser. Die Nacht möchten wir wieder im NH-Hotel in Palermo verbringen. Geht jedoch nicht – nun ist der ganze Bunker besetzt. Erich ist müde und trotzdem rettet er uns und lässt im Hotel San Paolo Zimmer reservieren. Dies ist ca. 2 Km von hier entfernt, noch ein grösserer Bunker, doch ebenfalls sehr empfehlenswert. Der Pool auf dem Dach mit der schönen Aussicht (im Dunkeln) haben nur wenige bemerkt.

Nun lassen wir Jürg ziehen, er muss vorzeitig alleine Heim (wichtiger Termin mit seiner Tochter) und zischt ab gegen den Hafen.
Unterdessen essen wir gut im Hotel und verschlaufen uns dann zufrieden im Zimmer. Marko bastelt hier noch einige Zeit an den Stichworten für den Tourenbericht, und lässt den Tag reflektieren. Er spricht auch was von einem Pferd, das einmal links und nach dem Schlaufenfahren rechts stand. Sind das nicht irrelevante Details? Glücklicherweise schläft er dann bald ein und ist ruhig (wenn er nicht gerade sägt). Über die Stichworte werde ich später trotzdem noch sehr froh sein.
Jürg hatte seine Fähre übrigens gut erreicht – und was erstaunlich ist, sie legte 2 Std. früher ab als geplant.

 

8. Tag - Fr. 14.06.13


Bild22_Landkarte_SizilienDas Frühstück ist, wie es sich so gehört in so einem Bunker recht reichhaltig. Dann wollen wir den Tag noch sinnvoll nutzen, auch ohne Jürg als Leithammel.
Marcel macht einen Vorschlag, an der Küste nach, die Salzgewinnung in Trapani zu besuchen. Dies lässt sich mit dem Wunsch von Knitti, in der Marzipanstadt Enrice einkaufen zu gehen kombinieren. Marcel erhält den Zuschlag und darf vorfahren. Doch durch die Stadt Palermo, im überaus dichten Verkehr, verliert die Mannschaft bereits das Vertrauen in seine Zielfindung. So geschieht es, dass einmal Reto vor- und sich verfährt und es dann Knitti auch noch versucht.
Bild23_Meersalz_in_Trapani«Viele Häuptlinge aber kein Indianer».
Marcel übernimmt dann wieder und nach einer vollen Stunde können wir dann Palermo hinter uns lassen und ein Stück an der Küste entlang rollen und aufatmen. Im Landesinnern dann fahren wir zur Sicherheit ca. 5 Min. recht langsam an einer sehr schlüpfrigen Strasse entlang. Man sieht dies auch an den zahlreichen schwarzen Streifen, von Pneus, in alle Richtungen. Das gibt Kritik und ausserdem solle man schon lange einen Halt für die Raucher einlegen. Macht nichts – schlussendlich hat es mit einem Tankhalt, die Besichtigung der Gewinnung von Meersalz in Trapani und das Auffinden eines Restaurants geklappt.
Der Wirt ist sehr energisch und fügt einigen von uns mit seiner Tassen-Show einen grossen Schrecken zu - und anderen und sich selbst grosse Freude.
Bild24_Gruppenfoto_MCCVorbei geht es dann später an schönen Badestränden ins Dorf Enrice. Doch von der berühmten Süssigkeit ist nichts zu sehen. Alle Konditoreien sind geschlossen. Ausserdem ist es zu heiss. um etwas Anderes zu Fuss zu suchen. Wir ziehen wieder ab, Knitti ist sehr enttäuscht.
Nun führt uns Guido mit seinem Navi zielsicher wieder nach Palermo. Zuvor bekommt er jedoch auch die Raucherregeln zu spüren und schaltet einen Rast ein.
Bild25_Marcel_und_Guido-LAuf der Autobahn kurz vor der Stadt lernen wir wieder wie die impulsive Fahrweise der Sizilianer ist. Mit den Autos wird alles überholt, was irgendwie geht. Dies so, dass uns kurze Augenblicke nicht mehr sehr wohl ist. Am Hafen angekommen besorgen Erich und Guido die Tickets und so warten wir bis die Fähre kommt. Jürg ist unterdessen pünktlich in Genua angekommen (trotz früherem Start) und hat unverzüglich die Heimfahrt nach Chur in Angriff genommen. Bei uns ist es dieses Mal die Fähre Suprema auf die wir einschiffen.
Nach dem Ablegen gibt’s noch einen Schlumi und dann kehrt Ruhe ein.

 

9. Tag - Sa. 15.06.13


Bild26_Route_Heimweg_Genua-ChurDie ruhige Überfahrt geniessen wir, wie bereits gewohnt von der Hinfahrt, mit Sonne, essen und quatschen.
Die Suprema ist baugleich wie die Superba, wir haben alles genau verglichen und gecheckt.

Marko macht Bekanntschaft mit der Steffi, einer Kleinen aus einer Gruppe von deutschen Töfffahrern mit gemütlichen oder älteren Maschinen, die wir auch auf der Hinfahrt beachtet hatten. Er schaut dauernd nach ihr und verbietet uns sich auffällig zu benehmen. Doch er ist es, der Schabernack treibt und mir beim Dösen an der Sonne meine Schuhe mit Abfall und Wasser füllt.

Wir kommen rechtzeitig um ca. 20 Uhr in Genua an. Der Himmel zeigt sich mit schweren Wolken behangen. Wir entscheiden uns, anstelle in der Nähe zu übernachten, direkt nach Hause zu fahren. Dies nur, wenn es nicht zu starke Niederschläge gibt. Guido L gibt Chur in sein Navi ein und Reto führt die Gruppe. Wir kommen zügig voran und je weiter wir ins Landesinnere, Richtung Milano fahren, desto weniger Wolken zeigen sich. Wir fahren so weit wie möglich, solange es noch etwas hell ist Richtung Como. Nach Maut-, Rauch-, und Tankstopps machen wir erst einen richtigen Rast mit Verpflegung im Mövenpick Autobahn Restaurant in Bellinzona.

Der Kettenantrieb der Duc hat glücklicherweise durchgehalten. Ab hier nimmt Knitti seinen direkten Weg über den Lukmanier, wir durch den San Bernardino. Reto hat noch einen zügigen Drive drauf. Erich ist offensichtlich Müde und lässt sich einige Male distanzieren. Er hat Recht, Sicherheit kommt vor. Um ca. 0.30 Uhr kommen wir in Chur oder daheim an. Wir beenden die Tour mit vielen guten Eindrücken und ohne wesentliche Zwischenfälle.

Den Sonntag haben wir nun noch zum Auspacken, Töff putzen, für die Familie und zum Entspannen.

 

10. Tag - So. 16.06.13

Töff putzen, Kleider in die Wäsche werfen ;-)

Die Strecke:

  • Tag 1, Chur – Genua, 460 Km.
  • Tag 2, Genua – Palermo, 5 Motorrad Km zum Hotel.
  • Tag 3, Palermo, 0 Km (nur ÖV).
  • Tag 4, Palermo – Caltanisetta, 280 Km.
  • Tag 5, Caltanisetta – Saint George, 267 Km.
  • Tag 6, Saint George – Taormina, 237 Km.
  • Tag 7, Taormina – Palermo, 295 Km.
  • Tag 8, Palermo – Trapani – Palermo, 245 Km.
  • Tag 9, Palermo – Genua – Chur, 360 Km.
  • Tag 10, Töff putzen, Kleider in die Wäsche werfen.

(mleu)

 

 

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